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Zum Inhalt:
Die zehnjährige Nele hat sich in den Kopf gesetzt, reiten zu lernen. Wochenlang bettelt sie. Endlich geben ihre Eltern nach. Sie darf auf den Reiterhof Wegener im Nachbardorf.
Dort gibt es viel mehr zu erleben, als Nele es sich je erträumt hat. Sie findet neue Freundinnen und lernt eine Menge über das Reiten und über ihre geliebten Pferde.
Gäbe es da nicht Lätizia, deren Mutter eine erfolgreiche Dressurreiterin ist, ihr Reiterhofdasein wäre perfekt.
Leseprobe
„Auf dem Gelände des Reit- und Sportvereins geht es zu wie auf einem Volksfest. Dicht gedrängt stehen die Besucher vor den Verkaufsständen mit Reiterzubehör, Kuchen und Getränken. Kaffeeduft zieht über den Platz und irgendwo werden Waffeln gebacken.
In der Stallgasse sind Reiter damit beschäftigt, ihre Pferde zu versorgen. Auf dem Vorbereitungsplatz reiten sich die nächsten Turnierteilnehmer in kleinen Gruppen ein und gehen noch einmal die unterschiedlichen Lektionen für den Wettkampf durch.
Am Morgen hatte die Veranstaltung mit der Führzügelklasse begonnen, anschließend wurden die Reiterwettbewerbe gestartet. Im Moment läuft die L-Dressur und erst spät am Nachmittag wird der Tag mit der S-Dressur seinen Höhepunkt erreichen.
Der Stand der Turnierleitung wird ständig von Reitern und Trainern belagert. Jeder möchte seine Startzeit erfahren und schauen, wer die Konkurrenz ist.
Obwohl das Turnier schon seit dem frühen Vormittag läuft, fahren noch immer Wagen mit großen Pferdeanhängern zu den extra dafür ausgewiesenen Parkplätzen. Die Reiter der höheren Dressurklassen reisen gewohnt spät an, um ihren Pferden und auch sich selbst eine lange Wartezeit in diesem Durcheinander zu ersparen.
Nele ist, wie vor jedem Turnier, aufgeregt und nervös. Bereits seit dem frühen Morgen befindet sie sich auf dem Gelände. Zuhause warten bis zum Nachmittag, während hier das Turnier anläuft – nein! Auf keinen Fall! Sie mag diese spannungsgeladene Atmosphäre. Hier kann sie sich mit ihren Freundinnen austauschen und beobachten, was die anderen so können…
…Mittlerweile ist Nele mit ihren eigenen Vorbereitungen fertig. Die weiße Reithose hat sie erst vor wenigen Minuten angezogen, damit sie auch bestimmt noch sauber ist bei ihrem Start.
Das dunkelblaue Sakko ist schlicht, aber es passt perfekt. Ihre Stiefel sind blank poliert und jetzt, so kurz vor dem Start, ist sie penibel darauf bedacht, dass das auch so bleibt. Die langen, blonden Haare hat ihre Mama schon gestern Abend zu einem festen Bauernzopf geflochten und mit viel Haarspray fixiert.
Leonardos Fell glänzt seidig. Nele hat ihn ausgiebig geputzt und gestriegelt. In die Mähne sind jede Menge Zöpfchen geflochten und das Sattelzeug ist auf Hochglanz poliert. Ginge es um einen Schönheitswettbewerb, den beiden wäre der erste Platz sicher.
Beim Einreiten gibt es keine Probleme. Leonardo geht gut am Zügel und reagiert auf jede ihrer Hilfen. Von der Kulisse lässt er sich überhaupt nicht stören. Selbst, als das Pferd vor ihnen erschrocken vor einer flatternden Tüte aufsteigt, bleibt er gelassen.
Seit wenigen Minuten steht sie nun mit Leonardo vor der großen Reithalle und wartet auf ihren Aufruf. Das Tor ist geschlossen. Ab und zu ist Applaus zu hören. Nervös schlägt Nele die Gerte gegen ihren Unterschenkel. Klack-Klack-Klack… Wieder Applaus – diesmal lang anhaltend. „Gleich geht das Tor auf!“ denkt sie.
„Als nächste Reiterin bitten wir Nele Becker auf Leonardo in den Parcours!“ Blechern hallt die Stimme des Turniersprechers aus den großen Lautsprechern über das Gelände. Nele atmet tief durch und sitzt auf.
„Hals- und Beinbruch!“ Regina nickt ihr aufmunternd zu. Die Trainerin hat noch einmal den Sattelgurt kontrolliert und schaut zu ihr herauf. „Du schaffst das!“ Nele lächelt gequält…
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